25. Juni 2020

Monos – Zwischen Himmel und Hölle

Von Marco Schilke

Irgendwo in Südamerika bewacht eine Gruppe bestehend aus 8 jugendlichen Guerillakämpfer*Innen im Namen der „Organisation“ die Milchkuh „Shakira“ und erpresst Lösegeld für eine Geisel. 
Nach einem Angriff des Militärs wird die Einheit, welche sich „Monos“ nennt, in den Dschungel gedrängt. Im weiteren Verlauf wird die Beziehung der jungen Menschen auf eine harte Probe gestellt.


© DCM
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Alejandro Landes schafft es eine großartige Momentaufnahme des Guerillakrieges in Südamerika zu erzählen und ein komplexes Beziehungsgeflecht relativ einfach aufzuarbeiten. Die Eigendynamik der Gruppe ist glaubhaft und authentisch dargestellt, was nicht zuletzt aus den tollen Cast resultiert. Umso beeindruckender ist, dass Landes in seinem Film hauptsächlich Laiendarsteller*Innen einsetzte.

Landes schafft es in manchen Sequenzen einen hypnotisch-fiebrigen Tanz zu vollführen, der sich stimmig in die großartigen Locations einfügt. Insgesamt erzeugt MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE eine unglaublich beeindruckende audiovisuelle Wucht. 
Für den hervorragenden Score verantwortlich, zeigt sich die britische Musikerin und Komponistin Micha Levi (u. a. UNDER THE SKIN und JACKI: DIE FIRST LADY).  Der sehr eigene und wummernde Sound ergänzt MONOS wunderbar.  

© DCM
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MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE ist eine hochwertige Aufarbeitung des Guerillakrieges in Südamerika ohne mit der Moralkeule zu schwingen. In all seinen brillanten audiovisuellen Facetten zeigt Alejandro Landes, das in der eigenen naiven Ideologie der Krieg wirklich nicht viel Raum zwischen Himmel und Hölle lässt. 


Bloodfest vergibt 4 von 5 Punkten

Kinostart: 04.05.2020
Filmverleih: DCM

Trailer: